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Wie eine Kardiologin mit Ihrer App Herz-Held®Leben rettet

Dr. med. Enise Lauterbach ist Gründerin von HERZ-HELD® und war 2019 beim Grace Summer Camp mit ihrer innovativen Idee der plattformbasierten App dabei.

HERZ-HELD®bietet mit Hilfe von smarter Technologien Patienten ein schnell reagierendes Frühwarnsystem und ist für Patienten mit Herzinsuffizienz entwickelt worden. Die Technologie wird die Regelversorgung in punkto Herzinsuffizienz revolutionieren und die bestehende Versorgungslücke schließen. Wir haben Enise interviewt und wünschen dir viel Spaß beim Lesen!

Enise, du bist Kardiologin und seit 2018 arbeitest du an der Herz-Held® App. Was hast du vorher gemacht?

Seit 2004 bin ich Ärztin, meinen Schwerpunkt als Kardiologin habe ich in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Zudem bin ich seit 15 Jahren spezialisiert auf die Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Ich habe den klassischen Weg einer Kardiologin verfolgt. Dieser Weg war sehr spannend, aber ich habe auch viele Hindernisse, die Frauen im Medizinbereich erleben, überwinden müssen. Das waren leider nicht wenige und dadurch hat sich irgendwann ein Denkprozess in Gang gesetzt, wie ich etwas für mich verändern kann. Damals bekam ich das Angebot eine ambulante kardiologische Reha mit aufzubauen, was ich angenommen habe. Kardiologie ist meine absolute Leidenschaft, die Entscheidung die Akutklinik zu verlassen hat sehr viel Mut gekostet und war wirklich hart. Bei dem Aufbau der Abteilung hatte ich mehr Freiraum aber auch dabei früh das Gefühl, dass ich in dem Konstrukt nicht lange bleiben werden. Der Drang, komplett freie Entscheidungen zu treffen wurde immer stärker. Außerdem habe ich meiner Familie sehr viel zugemutet, mit 80 bis 100 Stunden Arbeit pro Woche.

 

Was hat dich dazu bewogen, den Sprung ins Unternehmertum zu wagen und selbst zu gründen?

Der Auslöser war ein langjähriger Patient von mir in der Rehaklinik. Er lebt seit vielen Jahren mit Herzinsuffizienz und war sogar zeitweise auf der Transplantationsliste. Durch sehr intensive Therapie konnten wir sein Herz wieder stabilisieren. Er fragte mich eines Tages als er in der Reha bei mir war „Frau Doktor, was machen Sie eigentlich hier? Machen Sie doch etwas, was allen Menschen mit Herzinsuffizienz helfen kann – eine App. Apps gibt es doch mittlerweile für alles“.  Zu der Zeit war ich nicht sonderlich zufrieden mit meinem Job und nach dieser Frage von meinem Patienten wurde mir klar: Ich möchte Digitalisierung gestalten, statt nur darüber zu sprechen und meinen Patienten durch den gezielten Einsatz von Technologie ein besseres Leben ermöglichen. Im Herbst 2018 habe ich das erste Konzept geschrieben und Herz-Held®  war geboren. Ende 2018 habe ich gekündigt, um mich vollständig der weiteren Entwicklung zu widmen. Dann ging es auch schon los und mir war klar, dass ich etwas Sinnvolles schaffen will und das Leben für viele Menschen vereinfachen möchte. Mit dem Patienten bin ich bis heute in Kontakt.

 

Was waren die ersten Schritte, um Herz-Held®  zu entwickeln?

Nachdem ich das Konzept geschrieben hatte, habe ich es bei einer Tech-Veranstaltung vorgestellt und die Machbarkeit wurde auch dort bestätigt. Ich kann zwar in Codes denken und selbst Algorithmen schreiben, aber mir wurde klar, dass ich einen komplementären Experten brauche für die Entwicklung. Im Frühjahr 2019 habe ich bei einer weiteren Tech-Veranstaltung einen Software-Entwickler kennengelernt. Er wollte damals etwas anderes entwickeln, wir haben uns immer wieder ausgetauscht und nach vielen Telefonaten und Gesprächen haben wir uns dazu entschieden, Herz-Held®  zusammen weiter zu entwickeln und das Abenteuer gemeinsam zu wagen. Mittlerweile sind wir ein Remote-Team mit weiteren Expertinnen und Experten und haben das MVP (Minimal Viable Product) fertig. Die schwierigste Hürde war es tatsächlich die richtigen Leute kennenzulernen, die den Weg mit einem gehen wollen und auch vorerst von „Luft und Liebe“ leben können, da wir uns alle finanziell selbst unterhalten müssen.

 

Welche Herausforderungen hast du gerade?

Es war zunächst ungewöhnlich was ich mache, da es eine sehr konservative Branche ist, und Veränderungen argwöhnisch betrachtet werden. Trotz der hohen Technologie Affinität in der Branche, wurde ich erst einmal ungläubig angeschaut, wie man eine analoge ärztliche Behandlung in ein digitales Behandlungskonzept überführen kann. Das ist eine echte Transformation und ich freue mich diese Vorreiterrolle zu übernehmen. Es spornt mich unwahrscheinlich an! Change-Management-Prozesse im Gesundheitswesen sind langwierig.

Aber ich habe auch das Glück, dass mein Mann mich unterstützt, sonst wäre es finanziell schwierig. Wir haben 2 Kinder und die sollen natürlich auch nicht zu kurz kommen. Das Gründerleben ist aber auch nicht immer wie man es vielleicht auf Social Media wahrnimmt.

Die letzten Sprints laufen gerade für die Anmeldung an bei der Behörde für Medizinprodukte und Arzneimittel BfArM. Das wird ein riesiges Ding, denn die Vorgaben der aktuellen MDR, der europäischen „Medical Device Regulation“ machen es KMUs oder Kleinstunternehmen/Startup schwer und stellen uns vor große Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen. Das macht mir aber keine Angst, sondern fordert mich heraus.

 

Zwischendurch hast du auch noch eine Messenger-App für Ärzte entwickelt. Wie kam es dazu?

Kommunikation ist essentiell für Ärzte aber im Ärztealltag werden immer noch Faxe verschickt. Täglich ist man stundenlang damit beschäftigt, an Befunde und andere Patienteninformationen zu gelangen. Aus datenschutzgründen können übliche Messenger nicht verwendet werden, also musste eine andere Lösung geschaffen werden. Consilium löst dieses Problem. Die Software an sich existierte bereits. Ich habe es passend konfiguriert, um den Anforderungen im medizinischen Bereich gerecht zu werden.

Schon als ich in der Klink gearbeitet habe, war mein Kopf voll mit Ideen aber das Umfeld lies es in den meisten Fällen nicht zu, daraus mehr zu gestalten und zu entwickeln.  Oft wurde ich auch belächelt für meine Ideen und hatte Angst mich zu blamieren. Mittlerweile kann ich einfach Ideen weiterspinnen und tatsächlich umsetzen – das macht mir einfach viel Spaß!

 

Wie hat sich dein Umfeld und dein Arbeitsalltag verändert seit der Gründung?

Die Anpassung war anfangs schwierig denn es war eine große Umstellung vom Klinikalltag wo ich fast ausschließlich mit Patienten in Kontakt war. Ich bin eher introvertiert und es hat mich viel Überwindung gekostet, plötzlich im Mittelpunkt zu stehen. Das hat sich mit der Zeit gebessert. Es ist alles sehr anders geworden. Man kann nicht von heute auf morgen Unternehmerin spielen, das muss wachsen. Mein enger Kreis ist stabil und hat sich im letzten Jahr sogar vergrößert, denn es haben sich neue Freundschaften entwickelt. Ich habe völlig neue Kontakte und andere Tätigkeiten im Alltag.  Meine Expertise ist in unterschiedlichen Kontexten gefragt, ich bin in Gremien vertreten und manchmal frage ich mich, wie ich da plötzlich reingekommen bin.  Anfangs war es schwer zu definieren, was ich bin, Ärztin oder Unternehmerin. Heute kann ich sagen ich bin Ärztin und Unternehmerin.

 

Gründen ist anstrengend und birgt ein hohes Risiko. Warum ist es das richtige für dich?

Ja, es ist anstrengend, aber wenn die Angst vor dem Scheitern überwiegt, finde ich es viel fataler. Ich lerne aus Fehlern viel besser und es gehört auch einfach dazu Fehler zu machen. Man kann nicht alles vorher wissen. Für mich war es einfach der richtige Zeitpunkt meine Leidenschaft und Expertise zu bündeln und etwas Neues zu schaffen.

 

Was rätst du Frauen, die gründen möchten?

Mut haben und das Vertrauen in sich und in die Idee nicht zu verlieren. Ausdauer, um den Druck auszuhalten und standzuhalten.

 

Wo siehst du Herz Held in 5 Jahren?

Dann ist Herz-Held®flächendeckend in Europa im Einsatz. Das Leben mit Herzinsuffizienz ist durch Herz-Held® besser und sicherer geworden.

 

Gibt es Themen, die zu selten zur Sprache kommen?

Es muss nicht immer alles so perfekt sein. Man kann so viel aus Fehlern lernen, aber es wird kaum darüber gesprochen. Die Fehlerkultur sollte hochgehalten werden.

 

 

Vielen Dank, Enise für das Interview!

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