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Wie Dr. Jutta Merschen mit Ihrem digitalen Coach für Eltern die Kindererziehung revolutionieren will.

FamilyPunk, die „Fitnessapp“ fürs Familienleben, entwickelt einen digitalen Coach für Eltern: digitale Inhalte und persönliches Coaching zu Erziehungsthemen in einer App. Immer dabei. Von Experten gemacht. Für echte Eltern. Wir haben Grace Alumnae Dr. Jutta Merschen interviewt und mir ihr über ihre Zeit als Beraterin, andere Geschäftsideen und die Herausforderungen beim Gründen gesprochen. Viel Spaß beim Lesen!

Du warst die letzten 12 Jahre als Beraterin tätig. Gab es einen konkreten Auslöser für den Schritt ein eigenes Unternehmen aufbauen zu wollen?

Bei McKinsey war ich die ersten 6 Jahre in der Strategieberatung und bin dann ins interne Technologiemanagement gewechselt und habe das Tech- und Software-Portfolio der globalen Personalfunktionen geleitet. 

Schon zu Beginn meiner Berufstätigkeit habe ich für mich 3 Dimensionen des Glücks definiert, die ich immer wieder überprüft habe. 1. Das generelle Setup, also wie viel arbeite ich, was verdiene ich, wie hoch ist die Flexibilität, in welchem Kontext arbeite ich , 2. mein persönliches Wachstum, wie entwickle ich mich weiter, was lerne ich und 3. die Leidenschaft für die Arbeit und die Sinnhaftigkeit dessen, was ich tue. 

Nach der zweiten Elternzeit habe ich diese Dimensionen angeschaut und festgestellt, dass Wachstum und Leidenschaft für mich in meinem aktuellen Kontext nicht mehr passten. Ich habe versucht, sie neu aufzuladen, aber das ist nicht gelungen. Der entscheidende Punkt kam Ende 2017, als ich eine berufsbegleitende Ausbildung zur Usability und UX Expertin gemacht habe. Damals bin ich zum ersten Mal an einer Geschäftsidee hängen geblieben, die mich nicht mehr losgelassen hat und die ich weiter entwickeln wollte. Das war im Bereich E-Commerce Shopping. Zuerst habe ich es nebenbei versucht, aber festgestellt, dass das für mich nicht funktioniert. Im Sommer 2018 habe ich mich bewusst dazu entschieden, dieser Idee mehr Raum zu geben und habe gekündigt. Anfang 2019 war ich raus bei McKinsey und habe an der Idee weitergearbeitet, die sich aus verschiedenen Gründen sehr schnell zerschlagen hat.

 

Vor Family Punk hast du auch andere Ideen getestet. War das vergeudete Zeit? 

Die Arbeit an der ersten Idee sehe ich nach wie vor als Geschenk. Nur dadurch habe ich den Entschluss gefasst, meinen Job zu kündigen. Kurz danach habe ich in einem Accelerator-Programm 4 Monate lang an einer neuen Idee im Last-Mile-Logistik-Bereich gearbeitet und habe in diesem Rahmen eine UG gegründet, einen Pilotkunden gefunden. Die Verträge für die Entwicklung der App waren schon kurz vor der Unterschrift – und dann habe ich das ganze Vorhaben gestoppt. Es passte einfach nicht zu mir. Klar, kann man sagen, dass das vergeudete Zeit war. Ich sehe das eher als Lernerfahrung. 

Mir ist total klar geworden, dass ich nur an einer Idee arbeiten kann, die zu meiner Leidenschaft, meiner Person und meinem „Purpose“ passt. Ich habe dann nach dem Accelerator-Programm noch mal den Funnel aufgemacht, hatte irgendwann 17 Ideen an meiner Wand kleben. Diese Phase war echt schwierig: viele Ideen, wenig Klarheit. Das hat auch meine Produktivität nach unten gezogen, bis ich mich dann auf FamilyPunk festgelegt habe. 

 

Was hat dich dann überzeugt, FamilyPunk zu starten?

Intuition hat eine große Rolle gespielt. Dass ich da an einem Problem dran bin, das viele Eltern haben, auch mein Mann und ich, als 3-fache Eltern: woher hole ich mir Rat zu Kindererziehung, der zu mir passt? Wie verstehe ich, was meine Kinder gerade können und was noch nicht? Wie schaffe ich es, ein erfülltes und entspannteres Familienleben zu führen? 

Die Teilnahme am Grace Summer Camp war ein starker Katalysator, denn das Programm hat die Entscheidung für die Idee forciert. Zweieinhalb Wochen daran zu arbeite und Feedback zu bekommen, von Mentoren, Eltern, den anderen Teilnehmerinnen, hat einen großen Unterschied gemacht. Danach war der Drops für mich irgendwie gelutscht: ich wusste, das ist es, was ich machen will. Ich habe meine 17 Post-its von der Wand genommen und habe losgelegt. 

 

Dein Schritt zur Gründung war sehr bewusst gewählt, gab es große Überraschungen, die du vorher nicht gesehen hast?

Es ist immer wieder überraschend, wie viel es zu lernen gibt. Plötzlich ist da eine Welt, die ich noch gar nicht kenne. Ich arbeite an eine Vielzahl von unterschiedlichen Themen gleichzeitig. Vorher war ich absolute Expertin in einem bestimmten Bereich und plötzlich bin ich Generalistin. Von Marketing bis hin zur Suche von passenden Mitarbeitern und der Frage, wie ich eine nachhaltige Finanzierung auf die Beine stellen kann – jeder Tag bringt neue Themen, in die ich mich einfuchsen muss.  

Beruhigend ist, dass ich auf meine Berufserfahrung zurückblicken kann und mich immer wieder darauf besinnen kann, wie ich eine ähnliche Herausforderung schon mal gelöst habe. 

 

Wie gehst du mit Ungewissheit um?
Ich versuche, die Ungewissheit nicht auf mich als Person zu beziehen. Es gibt einen schönen Satz: „Man sollte immer wissen, wen man liebt, wo man lebt und womit man sein Geld verdient“. Wenn diese Dinge klar sind, kann man auch mit Ungewissheit in anderen Bereichen umgehen. Wichtig ist für mich auch: Ich bin nicht mein Startup. Wenn das Startup scheitert, scheitere nicht ich als Person. 

Wenn dann doch noch zu viel Ungewissheit im System ist, um zu arbeiten, erstelle ich Szenarien. Dann fälle ich eine bewusste Entscheidung, nicht zu entscheiden oder unter Ungewissheit jetzt einfach mal in die plausibelste Richtung loszulaufen. Man muss schon akzeptieren, dass Unsicherheit Teil des Prozesses ist und die Zeit aushalten, bis man bereit oder in der Lage ist, eine Entscheidung zu treffen.

 

Wann können wir die FamilyPunk App im App Store finden?

Laut Plan im November 2020. Ich plane allerdings, bereits deutlich früher eine erste Version über Messenger-Dienste zu starten. Für alle Eltern: Einfach beim Daily Quarantini, unserem aktuell täglich versandten Newsletter anmelden (www.familypunk.com/quarantini). Unsere Newsletterleser*innen erfahren als erstes, wenn es los geht. 

 

Wie haben sich dein Umfeld und dein Arbeitsalltag seit der Gründung verändert?

Co-Working Spaces sind mein zweites Zuhause geworden. Dadurch ist auch mein Umfeld wesentlich Startup-affiner geworden und viel fluider. Früher habe ich fast jeden Tag mit den gleichen Menschen gearbeitet. Heute lerne ich ständig neue Leute kennen. Manchmal ist mir das fast zu viel, da ich permanent im Kennenlern-Modus bin, statt tiefere Beziehungen zu pflegen.

Mein Arbeitsalltag ist auch anders. Vorher war mein Tag sehr stark vorgegeben, ich hing sehr viel am Telefon. Jetzt kann ich es einteilen, wie ich es brauche und meine Abläufe selbst bestimmen. Ich „produziere“ mehr, versuche, mir immer wieder Raum für Deep Work zu schaffen. 

 

Gründen ist anstrengend und birgt ein hohes Risiko zu scheitern. Wieso ist es trotzdem das Richtige für dich?

Ich sehe es als riesiges Privileg, gründen zu können und so selbstbestimmt und flexibel arbeiten zu dürfen. In der Winterzeit habe ich – wie fast alle Eltern mit kleinen Kindern – ständig ein krankes Kind zu Hause. Als Gründerin kann ich, wenn das Kind jetzt nicht mit 39 Grad Fieber im Bett bleiben soll, den kleinen Mann auch mal mitnehmen zu einem Termin. Das habe ich dieses Jahr vor der Corona-Krise mehrfach gemacht und die Kinder lieben diese Art der Vereinbarkeit. 

Ich glaube, das ist es auch, was für „working parents“ im Angestelltenverhältnis so wichtig ist: echte, gelebte, akzeptierte Flexibilität und nicht zwingend, Teilzeit zu arbeiten. 

 

Was rätst du Frauen, die gründen möchten?

Drei Dinge. 

  1. Du musst dir über deine Ziel klar sein und wissen was du willst. Warum gründest du, warum gründest du genau das, was du gründest? Auf den inneren Kompass zu hören ist extrem wichtig
  2. Sprich mit deinen Kunden und finde heraus ob du ein Produkt für sie bauen kannst, welches sie lieben werden. Es ist sehr wichtig, die Frage ehrlich zu beantworten, ob du wirklich ein relevantes Problem löst. Und letztendlich: magst du deine Kunden? Möchtest du mit ihnen Zeit verbringen? 
  3. Umgib dich mit Leuten, die dich unterstützen. Es ist so hilfreich, einen inneren Kreis von Menschen zu haben, die dich auffangen können, aber auch anspornen, fordern und deine Annahmen mal kritisch hinterfragen

 

Gibt es Themen, die zu selten zur Sprache kommen?

Die Realität des Gründerlebens kommt oft zu kurz. Über die konkreten Fragen, wie du dein Leben finanzierst, wie du dein Familienleben organisierst oder was Gründen mit deiner Rente macht. Darüber spricht so gut wie niemand und es ist gar nicht so einfach, ehrliche Antworten zu bekommen oder das Thema überhaupt anzuschneiden. Dabei finde ich, dass hier auch mehr Realität gefragt ist, damit sich jede und jeder überlegen kann, ob es das richtige ist. Die Zahlen zu Gründungen sind in Deutschland rückläufig – das sollten wir auch durch offenere Kommunikation angehen. 

Ein weiterer Punkt ist für mich das Mentoring auf der Mikroebene. Auf der Metaebene bekomme ich sehr viel und sehr guten Input von anderen, aber wenn es darum geht, das Ganze tatsächlich umzusetzen wird es eher dünn mit den Tipps und Hacks. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich auf der Metaebene selbst so wohl fühle, dass ich das Gespräch eher dahin lenke und dann erst am Schreibtisch, beim Umsetzen denke „Mist, wie genau mache ich das jetzt noch mal“. 



Vielen Dank, Jutta für das interview!

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