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Interview mit Lara Gonschorowski, Chefredakteurin Cosmopolitan

„Make-up-Tipps und eine Finanzgeschichte über ETFs in derselben Ausgabe - das schließt sich für mich überhaupt nicht aus.“

Seit Januar 2019 bist du Chefredakteurin der Cosmopolitan. Wie sah dein Karriereweg davor aus?

Ich habe Modejournalismus in München studiert. Meinen ersten Job nach Abschluss des Studiums habe ich 2007 bei dem Modemagazin ‚Amica‘ begonnen. Dort startete ich als Modetextassistentin und war später Redakteurin, bis das Magazin leider eingestellt wurde. Meine damalige Chefin bei ‚Amica‘, Petra Pfaller, ist zu ‚Bunte‘ gewechselt und ich bin ihr gefolgt, als stellvertretende Leitung des Moderessorts mit Schwerpunkt Text. Bei ‚Bunte‘ bedeutete das vor allem Interviews und Shootings mit Promis. Nach ca. 3 Jahren bin ich zu ‚myself‘ gewechselt und von dort dann zu Cosmopolitan. Seit 01.05.2020 bin ich bereits 5 Jahre bei Cosmo. Zunächst 3,5 Jahre als stellv. Chefredakteurin & Textchefin mit Anja Delastik als Chefredakteurin. Ja, und heute bin ich Chefredakteurin, das war auch immer mein Ziel.

Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit, was treibt dich an?

Ich bin ein kreativer Mensch und liebe diesen Beruf. Als Chefredakteurin kommen zwar leider auch unkreative Aufgaben wie Budget- oder Personalplanung dazu, aber ich bin nach wie vor viel unterwegs und sitze nicht ausschließlich im Büro. Mich treibt es an, die besten Geschichten für unsere Leser*innen zu finden und mich mit unterschiedlichen Menschen auszutauschen, egal zu welchem Thema. Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen und ich bin einfach wahnsinnig neugierig, es macht mir Spaß diese Geschichten heraus zu kitzeln und zu erfahren, was Menschen bewegt und antreibt. Das führt dazu, dass Freund*innen und Kolleg*innen sich darüber lustig machen, weil ich auch einfach mal 2 Stunden mit dem Taxifahrer über Glauben, Karriere und Familienplanung sprechen. 

Hattest du Mentor*innen oder wichtige Vorbilder, die dich begleitet haben?

Absolut, ich wurde von vielen tollen Menschen begleitet. Petra Pfaller, Creative Director bei ‚Bunte‘, hat mich auf dem Weg von der Praktikantin zur stellvertretenden Ressortleitung gefordert und gefördert. Von ihr habe ich viel über das wirkliche Handwerk gelernt, wie man Magazine macht und wie das Geschäft funktioniert. Nach wie vor rufe ich Petra an, wenn mich Fragen beschäftigen. Sabine Hofmann, Chefredakteurin bei ‚myself‘, hat mir sehr viel beigebracht und war für alle Fragen von Textauswahl bis zu Interviewgestaltung für mich da. In der Zeit mit Anja Delastik habe ich vieles Neues dazu gelernt, wir hatten eine besondere Konstellation und haben sehr eng zusammengearbeitet. Wir waren Sparrings-Partner aber mussten uns auch gegenseitig herausfordern. Das Wichtigste ist, dass Frauen, die am Anfang ihres Berufsweges stehen, sich nicht scheuen Fragen zu stellen. Der erste Schritt ist, immer auf Menschen zuzugehen, sie anzusprechen und auch hartnäckig zu bleiben.

Cosmo feiert dieses Jahr 40. Jubiläum. Was ist dein persönliches Highlight in der Firmengeschichte?

Unsere neue ‚Best Of‘ Rubrik #socosmo ist ein absolutes Highlight für mich. In jeder Cosmo Ausgabe zeigen wir das Cover einer älteren Ausgabe. Schon in den 80er Jahren hat die deutsche Cosmopolitan, unter Oberthemen wie ‚Karriere & Geld‘, den Gender-Pay-Gap thematisiert. Eine damalige Titelzeile lautete etwa „Mein Kollege verdient mehr als ich ­– was tun?“. Die alten Ausgaben zu lesen, schafft eine Auseinandersetzung mit der Historie von Frauen in Deutschland und ist wirklich spannend. Wenn man unter anderem drauf stößt, dass Frauen bis 1979 in Deutschland noch die Erlaubnis des Ehepartners brauchten, um arbeiten zu können. 1980 kam dann das erste Cosmo-Heft auf den Markt und hat diese Themen befeuert, für die die Frauen gekämpft haben und leider muss man sagen, auch heute immer noch kämpfen. Aber auch Themen wie Familie, Partnerschaft und Sex gehörten schon immer in die Cosmo. Titel wie, „Mit Gefühl im Gewühl“ oder „Diese Mitgift muss er schlucken“, zu lesen, das ist sehr lustig. Die Formulierungen sind zwar heute anders aber viele Themen noch immer aktuell. Das ist zum einen frustrierend, andererseits motivierend dran zu bleiben und mehr erreichen zu wollen in naher Zukunft. Mein Idealbild dafür ist meine 1-jährige Patentochter, die hoffentlich nicht mehr über den Gender-Pay-Gap diskutieren muss, wenn sie erwachsen ist.   

Was bedeutet für dich Female Empowerment?

Das ist ein sehr wichtiges Thema für mich und ich versuche, wo es nur geht, dafür einzustehen. Für mich bedeutet das vor allem, bei uns Frauen selber anzusetzen. Mir liegt es wahnsinnig am Herzen davon wegzukommen, ständig zu bewerten, vorzuschreiben und zu kritisieren, was andere Frauen machen. Die eine geht, vermeintlich zu früh wieder arbeiten, die andere bleibt zu lange bei ihren Kindern, eine ist zu chaotisch, die andere zu pingelig und so geht die Nörgelei weiter. So lange wir uns damit beschäftigen andere zu bewerten, sind die Männer doch schon längst weitergezogen. Statt gegenseitig zu bewerten, möchte ich Frauen darin bestärken, sich gegenseitig zu unterstützen. Das fängt im privaten Bereich an und zieht sich dann natürlich auch in den beruflichen Bereich.

Warum findest du es wichtig, dass mehr Frauen Unternehmen gründen?

Zum einen sprechen wissenschaftliche Ergebnisse und Studien dafür, etwa jene des Peterson Institutes for International Economics in Washington: Ein um 30 Prozent höherer Frauenanteil in der Chefetage geht mit einem um 15 Prozent höheren Netto-Umsatz einher. Von Frauen geführte Unternehmen wachsen stabiler. Für mich besonders wichtig ist die Vorbildfunktion, die Gründerinnen einnehmen. Mutig zu sein, sich nicht selbst zu unterschätzen – Stichwort: Impostor- / Hochstapler-Syndrom – dafür brauchen Frauen Vorbilder. Es ist völlig in Ordnung, wenn man scheitert. In den USA zeichnet diese ‚Failure Culture‘ erfolgreiche Gründer*innen quasi aus, wird hierzulande aber viel zu wenig gelebt. Es ist aber wichtig, dass vor allem Frauen diese Geschichten hören und sehen, dass Scheitern dazu gehört. Dadurch, dass nun Frauen in Positionen sind, die sonst überwiegend durch Männer besetzt wurden, fliegen nun völlig neue Themen auf, die vorher im öffentlichen Bewusstsein nicht stattgefunden haben. Wie zum Beispiel der Missstand für Vorständinnen, die ihr Mandat abgeben müssen, wenn sie in Elternzeit gehen wollen, der durch Delia Lachance von Westwing thematisiert wurde. Diese Auseinandersetzung ist wichtig.       

Worüber würdest du abschließend noch gerne sprechen?

Extrem wichtig ist für mich die, bereits erwähnte, gegenseitige Unterstützung von Frauen. Wir brauchen noch mehr Vorbilder und dafür ist es wichtig, diese Vorbildfunktion anzunehmen. Leider erlebe ich oft, dass Frauen z.B. nicht in Frauenmagazinen portraitiert werden möchten, weil sie fürchten, es würde sie zu sehr in die „Frauenrolle“ schieben. Haben Männer ein Problem damit im „Manager Magazin“ zu erscheinen? Wir tragen alle die Verantwortung, andere Frauen mitzunehmen und zu unterstützen. Mein Lieblingszitat, um das zu bekräftigen, kommt von Madeleine Albright „There is a special place in hell for women who don't support other women.”. Wir dürfen uns dieser Verantwortung nicht entziehen.

Dann könnte ich jetzt auch noch eine Stunde über hohe Schuhe sprechen, aber das bringt mich eigentlich zu einem anderen Thema: Nur weil wir über Mode und Lippenstift schreiben, wird uns abgesprochen, dass wir uns auch mit anderen Themen wie z.B. ETFs auskennen. Aber Make-Up Tipps und eine Geschichte von Programmiererin und Finanzexpertin Aya Jaff über ETFs funktionieren ganz hervorragend neben- und miteinander. Mein Plädoyer zum Abschluss: Mascara und Macht schließen sich nicht aus!

Vielen Dank Lara für das Interview!

Foto: Anna Rose

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