Interview mit Nathalie Sonne, Head of Program beim »leAD Sports Accelerator«

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»Kultur entsteht analog«

 

Nathalie Sonne brennt für Startups. Während ihres Kommunikations-Studiums hat sie einen kurzen Ausflug in die Agenturenwelt gemacht und ist danach direkt in die Gründerszene eingetaucht, um ihre Passion für Strategie in unbekanntem Terrain auszuleben. Sie hat bereits alle Entwicklungsphasen von Startups erlebt und begleitet und sowohl in den USA als auch Deutschland gearbeitet. Als Head of Program beim «leAD Sports Accelerator« bringt sie ihre gesamte Expertise zum Einsatz und koordiniert nicht nur ihr eigenes Team, sondern auch den Aufbau von 15 Sport-Startups gleichzeitig. Als Mentorin beim Summer Camp unterstützt sie Gründerinnen bei der Weiterentwicklung ihrer Startup-Idee.

 

Name: Nathalie Sonne

Profession: Head of Program, »leAD Sports Accelerator«

Web: https://www.leadsportsaccelerator.com/

 

Du arbeitest mit internationalen Teams. Worauf achtest du?

Auf klare Teamkommunikation. Die passiert ab einer bestimmten Startup-Größe nicht mehr von alleine, sondern muss aktiv aufgebaut werden. Wenn man an verschiedenen Orten mit einem internationalen Team arbeitet, ist es wichtig, nicht nur zu skypen, sondern sich auch in persona kennenzulernen. Digitale Kommunikation kann bestimmte Feinheiten noch immer nicht transportieren, führt zu Missverständnissen. Kultur entsteht analog, und auch ein Alignment der Unternehmensziele an allen Orten ist durch reine Online-Kommunikation schwer zu erzielen. Außerdem muss man sich der kleinen Unterschiede im Umgang klar sein. Das fängt bei der Formulierung von Emails an, die sich oft von Land zu Land unterscheidet.

 

Was fasziniert dich an der Arbeit mit Startups?

Bei Startups kann alles passieren. Was heute ein Erfolgsversprechen ist, kann morgen zu Insolvenz führen. Am liebsten arbeite ich mit Early Stage Startups. Ich genieße den Aufbruchsgeist, die Geschwindigkeit und den Teamzusammenhalt. Außerdem kann man ganz am Anfang sehr viel beeinflussen. Wer von Anfang an nicht nur in den Businessplan sondern auch in Team- und Leadership Development investiert, behält auch in Wachstumsphasen das Vertrauen der Mitarbeiter.

 

Wie beschreibst du deinen Führungsstil?

Tough mit Herz. Mir ist Empathie in der Führung wichtig und ich halte Ellenbogentaktiken für überholt. Man sollte unterschiedliche Charaktere so einbinden, wie sie sind. So sind die Mitarbeiter glücklich und leisten die beste Arbeit. Für manche funktioniert Home Office und flexibles Arbeiten beispielsweise total gut, für andere gar nicht. Zugegebenermaßen arbeite ich noch an meiner Toughness; auch wenn ich alles andere als konfliktscheu bin, entspricht in dubio pro reo meinem Naturell wohl eher – aber eine gewisse Härte bzw. Sachorientierung ist nun mal essentiell, um in kritischen Situationen handlungsfähig zu sein.

 

Was verändert sich durch Diversität in Teams?

Durch diverse Teams integriert man unterschiedliche Sichtweisen, die sich positiv auf die Leistung von Unternehmen auswirken. Das fängt bei der Umsetzung von Aufgaben an und zieht sich durch bis zur Führungsebene. Das ist gar nicht unbedingt abhängig vom Geschlecht - es gibt weibliche Männer und männliche Frauen. Wichtig ist, eine hohe Variation von Menschen im Team zu haben. Bei »leAD« haben wir gerade 15 Startups aus 12 Ländern im Programm - das produziert unglaublich unterschiedlichen Input und macht wahnsinnigen Spaß.

 

Wie findet man die richtigen Mitarbeiter?

Darauf gibt es meiner Meinung nach keine einfache Antwort. Eine Möglichkeit ist ein Bewerbungsprozess mit mehreren Runden, in denen das ganze Team die potenziellen neuen Kollegen kennenlernt. Klar geht es hier auch darum, das Skillset des Kandidaten unter die Lupe zu nehmen, aber vor allem die menschliche Kompatibilität mit dem Team zu prüfen. Das ist besonders für Startups sinnvoll, weil in kleinen Teams ein guter Zusammenhalt essenziell ist. In Startups gibt es auch einfach andere Anforderungen als in Großkonzernen. Es wird erwartet, dass alle mit anpacken und vor allem selbstständig arbeiten können. 

 

Nathalie, vielen Dank für das Interview!

Leila Oppermann